Das Spiel ist die Haupttätigkeit des Kindes. Es ist die zentrale Bildungstätigkeit der Kindheit, von der alle Bildungsbereiche berührt sind.
Das Spielen ist eine selbstbestimmte Tätigkeit mit allen Sinnen, in der Kinder ihre Lebenswelten konstruieren und die Wirklichkeit fantasievoll bearbeiten.
Im Spiel stellen sich die Kinder selbst Fragen und (er)finden ihre Antworten.
Es werden soziale Kontakte hergestellt und ausgebaut oder aber auch abgebrochen. Spielend entwickeln sie Selbstvertrauen, ergreifen Initiative und treffen Entscheidungen, begeistern andere für ihre eigenen Ideen. Sie lernen im Spiel Regeln verstehen, einhalten, verändern und neu erfinden. Im gesamten Tagesablauf haben die Kinder die Möglichkeit zu spielen, ihre Erfahrungen und Erlebnisse einzubringen und mitzugestalten.
Es werden materielle Voraussetzungen geschaffen und Impulse gesetzt, so dass die Kinder ihrer Haupttätigkeit nachgehen können. Unbewusst im Spiel erleben sie die Gesetze der Natur, das soziale Leben und die anderen Bildungsbereiche. Themen der Kinder werden aufgegriffen und nach Interesse weitergeführt, in Zusammenarbeit mit den Erziehern und den Eltern. Dem Aufenthalt im Freien kommt hierbei auch eine große Bedeutung zu.
Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen.
Erstens ist das Spiel von ganz entscheidender Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung, zweitens ist das Spiel Nährboden für einen darauf aufbauenden Erwerb von notwendigen schulischen und beruflichen Fähigkeiten und drittens gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Spiel- und Schulfähigkeit.
Sie zeigen ein besseres sinnverbundenes Denken (logisches Denken), eine höhere Konzentrationsfertigkeit, bessere Gedächtnisleistungen, eine höhere Wahrnehmungsoffenheit, einen differenzierteren Wortschatz, eine differenziertere Sprache, ein besseres Mengen-, Zahl-, Farb- und Formverständnis und eine größere Fantasie. Kinder lernen im Spiel also gerade die Fähigkeiten und Fertigkeiten, die notwendig sind, ein selbständiges, selbstverantwortlicheres und teilautonomes Leben zu führen, Situationen zu entschlüsseln und mitzugestalten, Notwendigkeiten für ein soziales Verhalten zu erkennen und fremde sowie eigene Wünsche und Bedürfnisse miteinander abzuwägen.
Spielen ist Lernen.